15 Prognosen zur bevorstehenden Saison

Langsam aber sicher kann man die Tage bis zum Start der neuen Tennissaison zählen. Was wird 2015 bringen? Einen weiteren Grand-Slam-Titel für Roger Federer? Eine neue Nummer 1? Weitere Schweizer Grosserfolge? Simon Häring, René Denfeld und Svenja Mastroberardino werfen einen Blick in die Kristallkugel und stellen je fünf Prognosen auf.

Simon Häring:

Papa Djokovic stürmt zum Paris-Titel
Als Vater von Sohn Stefan ist Novak Djokovic noch unbesiegt. Der Filius setzt beim Serben weiterhin Kräfte frei. In diesem Jahr ist es endlich so weit: Er gewinnt erstmals in seiner Karriere die French Open und komplettiert als erst achter Spieler nach Fred Perry, Don Budge, Rod Laver, Roy Emerson, Andre Agassi, Roger Federer und Rafael Nadal den Karriere-Grand-Slam. Djokovic macht das standesgemäss – mit einem Finalsieg gegen Sandkönig Rafael Nadal.

Aus Big Four wird Big Five
Stan Wawrinka rutscht nach den Australian Open in der Weltrangliste zwar etwas ab. Er beendet die Saison aber erneut in den Top 5. Zu Djokovic, Federer, Nadal und Wawrinka gesellt sich in diesem Jahr auch wieder Andy Murray. Er wird ein heisser Anwärter auf Grand-Slam-Siege. Auch Kei Nishikori redet beim Ausgang der vier wichtigsten Turniere ein grosses Wort mit.

Bencic in den Top 10
Der rasante Aufstieg von Belinda Bencic geht auch im neuen Jahr unvermindert weiter. Sie erreicht bei zwei Grand-Slam-Turnieren mindestens den Viertelfinal und schafft es in dieser Saison sogar in die Top 10. Das motiviert auch ihre Fed-Cup-Kolleginnen: Stefi Voegele und Timea Bacsinszky beenden die Saison in den Top 50.

Schweizer Davis-Cup-Doppelpack
Die Schweiz profitiert von einer günstigen Auslosung. Nach Belgien bekommen es Wawrinka, Federer und Co. mit Japan oder Kanada zu tun. Ab dem Halbfinal läuft dann Wawrinka zu grosser Form auf und beschert der Schweiz praktisch im Alleingang die Titelverteidigung. Die Schweiz wird damit die erst zehnte Nation, die den prestigeträchtigsten Teamwettbewerb im Tennis mehr als einmal gewinnen kann.

Williams feiert Grand Slam
Serena Williams gewann in dieser Jahr zwar die US Open, in Australien, bei den French Open und in Wimbledon scheiterte sie jedoch ungewohnt früh. Jetzt packt sie ihr letztes grosses Ziel: Den Kalender-Grand-Slam. Das gelang bisher nur drei Frauen: Maureen Connolly 1953, Margareth Smith Court 1970 und Steffi Graf 1988, die dank Gold bei den Olympischen Spielen sogar den „Golden Slam“ schaffte.

 

René Denfeld:

Wozniacki und Nishikori gewinnen Grand Slams
Nachdem sie 2014 noch im Finale der US Open scheiterten, bestätigt die Dänin ihren Aufwärtstrend und der Japaner etabliert sich in den Top 5. Wozniacki gewinnt im dritten Anlauf ihr erstes Finale bei den US Open und Nishikori schielt bereits in Melbourne auf den Norman Brooks Challenge Cup.

Goffin mit Goliath-Schritten Richtung Top 10
Der Belgier gewann 40 seiner letzten 44 Spiele und schoss von Rang 106 in der Welt bis auf Platz 22. Bis Wimbledon hat der technisch starke Rechtshänder etwa 300 Punkte zu verteidigen – also eigentlich nichts.

Bouchards schwieriges Jahr 
Mit Fabelläufen bei den ersten drei Grand Slams ist die Kanadierin die Weltrangliste hinaufgestürmt – 2015 zahlt die 20-jährige Lehrgeld, erwischt kniffligere Auslosungen und wird am Ende des Jahres nur noch zwischen 15 und 20 geführt.

Del Potro weiterhin mit Verletzungssorgen
Nach fulminantem Start in Australien und auf den US-Hard-Courts hat der Argentinier bereits auf Sand wieder vermehrt mit Handgelenksproblemen zu kämpfen. In die Top 30 kehrt der „Turm von Tandil“ zurück, verpasst aber aus Vorsichtsmassnahme mehrere Turniere.

Keys sorgt in Wimbledon für Furore
Die aufschlagstarke Amerikanerin, die jetzt von Lindsay Davenport betreut wird, setzt ihr Ausrufezeichen auf Rasen nicht noch wie in diesem Jahr in Eastbourne, sondern dieses Mal bei den Championships. Schluss ist erst im Halbfinale gegen Titelverteidigerin Petra Kvitova.

 

Svenja Mastroberardino:

John McEnroe wird Trainer
Der Trend, ehemalige Superstars als Coaches zu verpflichten, hält auch 2015 an. Mit John McEnroe wird das ehemalige „Enfant terrible“ als Trainer auf die Tour zurückkehren. Wer sich die Dienste des Amerikaners sichern wird, wage ich jedoch nicht zu prognostizieren.

Nadal wird Nummer 1
Nach einem schwierigen Jahr kehrt Rafael Nadal 2015 zu alter Stärke zurück. Der Spanier überflügelt in der Weltrangliste Novak Djokovic und Roger Federer und grüsst am Ende der Saison wieder vom Leaderthron.

Bacsinszky knackt Top 20
Die Karriere eigentlich bereits beendet, kehrte Timea Bacsinszky 2014 eindrücklich auf die WTA Tour zurück. Die Lausannerin hat die richtige Einstellung und das nötige Talent, um in der kommenden Saison erstmals den Sprung in die Top 20 zu schaffen.

Neuer French-Open-Sieger
9 Mal in den letzten 10 Jahren hiess der Sieger bei den French Open Rafael Nadal. In dieser Saison wird es in Paris ein kleineres Tenniserdbeben geben, ein „neues Gesicht“ wird die Coupe des Mousquetaires in die Höhe stemmen.

Frankreich gewinnt den Davis Cup
Gegen die Schweiz hat es in diesem Jahr nicht gereicht, doch 2015 schlägt die Stunde der Franzosen. Gaël Monfils und Co. haben Blut geleckt und holen Verpasstes nach.


Simon Häring (26) arbeitet als Journalist beim “Blick”. Sein Spezialgebiet ist Tennis. Seinen sportlichen Zenit hat er mit dem Sieg in der Wurst- und Brot-Konkurrenz beim Klubturnier des TC Liestal 2012 bereits überschritten. Spielt die Rückhand einhändig und hat einen Hang zu Doppelfehlern. Er ist auf Twitter unter @_shaering zu finden. 

René Denfeld (26) studiert Meteorologie in Mainz und ist in seiner Freizeit entweder auf Konzerten von The National oder auf den Tennisplätzen der Universität anzutreffen und versammelt dort gerne mal Schmetterbälle mit Djokovic-ähnlicher Präzision. Er ist auf Twitter unter @Renestance aufzufinden.

Svenja Mastroberardino (30) arbeitet als Multimedia-Journalistin bei SRF Sport. Weil einigermassen talentfrei, hat sie sich vornehmlich dem passiven Tennissport verschrieben. Steht auf knallharte Vorhand-Winner und hat mittlerweile den Glauben aufgegeben, Fernando Verdasco hätte das Zeug zu einem grossen Titel. Sie ist auf Twitter unter @svenja_mastro zu finden.

 

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