Aus dem Leben eines leidenschaftlichen Djokovic-Fans

[getty src=“451770714?et=BGDUhSGQSwZ9flYkQ_cWpA&sig=jdf9RPPE85hAyipl1Nn5j9Ma-TlKavVqxky6WH5Z0WI=“ width=“490″ height=“445″]Das Leben als fanatischer Tennis-Fan ist nicht immer einfach. Ständig kommt es zu Terminkollisionen und während den Matches gelingt es kaum, die Emotionen im Zaum zu halten. Doch wie muss man sich einen “Hardcore-Fan” vorstellen? LetsTalkTennis stellt in einer losen Serie verschiedene Fans vor, bei denen das Tennis generell und ein Spieler im speziellen einen wichtigen Stellenwert im Leben haben. Heute: Anna, eine passionierte Djokovic-Anhängerin aus Israel.

Wie wurdest du zu einem Djokovic-Fan?

Das war während den US Open 2010. Ich weiss gar nicht mehr, gegen wen ich ihn das erste Mal spielen sah, denn er ist mir nicht während eines Matches, sondern bei einer Pressekonferenz das erste Mal so richtig aufgefallen. Novak hat darüber gesprochen, wie er von Roger Federer mit einem Tweener am Netz passiert wurde. Ich fand das Interview sehr witzig:

Was war dein bislang grösster “Novak-Moment”?

Das war definitiv das Jahr 2011. Es war Novaks endgültiger Durchbruch und irgendwie auch meiner als Fan. Wimbledon war aufgrund der grossen Bedeutung der emotionalste Sieg.

Hast du jemals wegen eines Djokovic-Matches eine Verabredung abgesagt oder bist nicht zur Arbeit erschienen?

Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals ein Meeting abgesagt habe, aber ich organisiere mich schon so, dass ich wichtige Matches schauen kann. Ich hatte während dem Australian-Open-Final 2011 eine Prüfung von 9 bis 12 Uhr, das Endspiel begann um 10:30 Uhr. Es war eine Multiple-Choice-Prüfung, die ich dann hastig in einer Stunde ausgefüllt habe. Dann bin ich nach Hause geeilt und habe es pünktlich auf das erste Game geschafft. Die Prüfung habe ich übrigens mit Bestnoten bestanden :)

Was war das Verrückteste, das du je für Novak gemacht hast?

Ich plane eigentlich all meine Reisen so, dass ich Novak bei Turnieren live sehen kann. 2012 war ich kurz vor den US Open in New York City, konnte damals aber nur einen Tag der Qualifikation sehen. Dann habe ich erfahren, dass Novak ein „Meet and Greet“ veranstaltet. Meine Pläne haben sich also kurzfristig geändert und ich habe mich an der 5th Avenue in die Schlange gestellt. Rund 10 Minuten nachdem sich die Türen geöffnet hatten, war ich auch schon an der Reihe. Ein Uniqlo-Fotograf machte ein Foto von uns und ich habe ihm einen Brief zugesteckt, den ich am Abend zuvor für ihn geschrieben hatte. Es war ein unglaubliches Erlebnis, das ich in meinem Blog detailliert festgehalten habe :).

Ein weiteres tolles Erlebnis liegt gerade hinter mir. Ich war mit mit meinem Bruder in Wimbledon. Für die Viertelfinals haben wir uns in die „Queue“ gestellt und Tickets für Court 1 in der ersten Reihe ergattert. Djokovic spielte dort gegen Marin Cilic. Wir haben Novak das ganze Match über lautstark unterstützt, vor allem bei den Seitenwechseln, wenn er jeweils zu seinem Stuhl kam. Wir sassen direkt hinter ihm. Nach dem Spiel hat er uns quasi in der Menge gesucht und uns sein sauberes Handtuch zugeworfen – und dann hat er uns sogar noch einen Schuh geschenkt! Ich hatte wirklich das Gefühl, dass er unsere Unterstützung geschätzt hat. Das war ein tolles Erlebnis.

Matches gegen welchen Gegner sind am schlimmsten für dich?

Hier gibt es für mich zwei Extreme: Andy Murray und John Isner. Wenn Novak gegen Andy spielt, sind es meist lange Ballwechsel, weil es beiden nicht gelingt, den anderen „wegzuschiessen“. Das ist jeweils ziemlich frustrierend. Aber noch viel schlimmer sind die Partien gegen John Isner. Sie verlaufen immer nach demselben Muster: Novak schafft es nicht, John zu breaken, verliert einen Satz im Tiebreak und dann schliesslich das Match. Ich kann diese Spiele fast nicht schauen, weil es zu praktisch keinen Ballwechseln kommt und Novak so frustriert und wütend wird, dass ich wegschauen muss.

Wie muss man sich dich während eines Novak-Matches vorstellen?

Normalerweise bin ich ziemlich ruhig und schaue mir das Spiel im Fernsehen oder auf dem Computer an. Während der Partie reagiere ich oft, auch wenn ich alleine bin. Ich balle die Faust oder schlage wütend auf den Tisch. Wenn ich mit Freunden schaue, gehe ich mehr aus mir heraus. Da aber praktisch all meine Tennisfreunde Federer-Fans sind, versuche ich jeweils, die Emotionen unter Kontrolle zu halten.

Bildschirmfoto 2014-07-10 um 11.18.25Anna ist 27 Jahre alt und kommt aus Israel. Sie ist seit 2010 ein grosser Tennis-Fan und hat in diesem Jahr in Wimbledon ihren „Fan-Grand-Slam“ komplettiert. Sie berichtet gelegentlich in ihrem Tennis Blog www.letsecondserve.com von Turnieren und arbeitet auch regelmässig für den israelischen Tennisverband. 

In dieser Serie bereits erschienen:
Federer-Fan Marina Vonlanthen
Nadal-Fan Nida Alibhai

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *