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Oh là là – Blues bei den Bleus: „Dieser sch**** Rasen!“

Die Rasensaison ist bereits in vollem Gang. In Stuttgart und ’s-Hertogenbosch werden heute die ersten „Gras-Pokale“ vergeben, ehe es kommende Woche in Halle und Queen’s so richtig zur Sache gehen wird.

Für Aufsehen haben in den vergangenen Tagen mitunter die Franzosen gesorgt – in positiver wie auch negativer Hinsicht. So erreichte Gaël Monfils in Stuttgart zwar den Halbfinal, liess seinem Ärger, was die grüne Unterlage angeht, aber noch während des Turniers freien Lauf.

„Jeder weiss: Rasen, das ist nichts für mich. (…) Das ist mental sehr schwierig für mich. Auch wenn ich cool und relaxt bin und mich amüsiere – ich finde einfach keinen Gefallen daran. Rasen ist echt mühsam. Ich habe keine Probleme zuzugeben, dass ich auf Rasen nicht sehr stark bin“, beklagte sich der 28-Jährige in der L’Equipe.

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© Christopher Levy

Monfils scheiterte im Halbfinal relativ klar an Rafael Nadal – nicht ohne dabei seine gewohnte Show zu bieten. Dumm nur, dass sein (unnötig) eingesprungener Volley bei 4:4 und Breakball im 2. Satz im Netz landete. Dabei hatte der Franzose bereits mit 30:0 geführt. Typisch Monfils.

Davis-Cup-Halbfinal ohne Monfils?

Nach Halle und Wimbledon stünde für Monfils Mitte Juli eigentlich der Davis-Cup-Halbfinal gegen Grossbritannien auf dem Programm. Sehr zu seinem Leidwesen wird dieser aber auf Rasen ausgetragen, seine Teilnahme ist deshalb alles andere als sicher. So sagt er: „Es ist ja nicht so, dass ich keine Lust habe, dabei zu sein. Aber ich bin auf dieser Unterlage schlicht und einfach viel schwächer als meine Teamkollegen.“

Auch für Wimbledon rechnet er sich keine grossen Chancen aus: „Wimbledon ist das einzige Grand-Slam-Turnier, bei dem ich noch nie die 2. Woche erreicht habe.“ Ohnehin sei es sein primäres Ziel, „dass ich mich nicht verletze“.

„Merde!“ Emotionen bei Paire

Ähnlich wenig Lust auf Wimbledon hat Landsmann Benoit Paire. Der Weltranglisten-67. scheiterte in Halle in der ersten Quali-Runde und liess seinem Frust auf Twitter anschliessend freien Lauf:

Übersetzt heisst das etwa so viel wie: „Froh, nach Hause zurückzukehren. Hab genug von dieser scheiss Unterlage, die weh tut. Wirklich keine grosse Luft auf Wimbledon!“ Wie Monfils ist auch Paire in London noch nie über die 3. Runde hinausgekommen.

Die Reaktion vom derzeit verletzten Kollegen Julien Benneteau liess nicht lange auf sich warten. Der Franzose, der vor drei Jahren Roger Federer an den Rand einer Niederlage gebracht hatte, wäre nur allzu gerne in Wimbledon dabei:

Bei Nicolas Mahut, einem weiteren Franzosen, könnte die Gemütslage derweil besser kaum sein. Der mittlerweile 33-Jährige hat diese Woche in ’s-Hertogenbosch seinen 5. Final auf der ATP-Tour erreicht – zum 5. Mal auf Rasen. Auf seiner Lieblingsunterlage hat der 1,91-Meter-Hüne in der Vergangenheit auch schon Rafael Nadal und Andy Murray bezwungen.

Wimbledon-Wildcard für Mahut?

Die Vorfreude auf Wimbledon müsste deshalb gross sein – ist sie aber nur bedingt. Denn Mahut hat es aufgrund seines Rankings nicht ins Hauptfeld geschafft und müsste sich durch die Qualifikation kämpfen. Der Konjunktiv deshalb, weil die Chance auf eine Wildcard besteht. „Ich habe Andrew Jarrett (Chefschiedsrichter in Wimbledon) einen Brief geschrieben. Er hat mir gesagt, dass er meinen Namen auf die Liste setzt.“ Unvergessen der Rekordmatch zwischen Mahut und John Isner 2010, als sich die beiden ein Duell über drei Tage und 11 Stunden lieferten.

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© Christopher Levy

Die Chancen stehen also nicht schlecht, dass Mahut in Wimbledon (wohl auch im Einzel) dabei sein wird. Dasselbe gilt für den Davis Cup: Nach Monfils‘ Aussagen und dem verletzungsbedingten Out von „Rasen-Liebhaber“ Benneteau ist Mahut zu einer echten Option geworden, nicht zuletzt im Doppel. „Das hab ich schon im Hinterkopf“, gab Mahut in der L’Equipe zu, fügte aber sofort an: „Zuerst gilt meine Konzentration Wimbledon.“ Damit meint er (derzeit) in erster Linie das Doppel, wo er mit Landsmann Pierre-Hugues Herbert am Start stehen wird.

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