Das haben wir bei den US Open gelernt

Heute Abend gehen die US Open mit dem „logischen Final“ zwischen Novak Djokovic und Rafael Nadal zu Ende. Die beiden treffen zum bereits 37. Mal aufeinander und bilden den würdigen Abschluss des letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres. Was wird uns von der Flushing-Meadows-Ausgabe 2013 in Erinnerung bleiben? Hier ein  – nicht immer ganz ernst gemeinter – Rückblick:

Bei den US Open haben wir gelernt, dass…

… in Australien die Mützen anders getragen werden wie sonst überall auf der Welt. Rod Laver und Bernard Tomic, meine Damen und Herren:

… Stan auch nicht davor zurückschreckt, „F-Bombs“ in aller Öffentlichkeit zu platzieren. „He’s fucking strong“ sagte er nach der Niederlage gegen Djokovic im Platz-Interview.

… Stan wohl nicht der ordentlichste Typ ist. Im Match gegen Djokovic machte ihn Schiedsrichter Enric Molina auf die Unordnung bei seinem Stuhl aufmerksam. „It looks messi“, rügte der Spanier.

… Stans Name sich geradezu für Wortspiele anbietet: „STAN the Man“, „STANtastic“, „STANding Ovations“, „OutSTANding“, „WOWrinka“, „Yes we STAN“ – nur um einige zu nennen.

Martina Hingis‘ Doppel-Abenteuer schneller vorbei sein könnte, als manch einer gedacht hätte.

Tomas Berdych homosexuell ist. Naja, nicht ganz. Lustig war es trotzdem:

… diese Eltern bestraft gehören: Im Juniorinnen-Final stand eine junge Dame namens „Tornado Alicia Black“. Ihre Schwester, die ebenfalls Tennis spielt, hört auf den Namen „Hurricane Tyra Black“. Ohne Witz.

… das Turnier nicht unbedingt in die Geschichte eingehen wird. Es gab (bis jetzt) wenige denkwürdige Matches.

… die einhändige Rückhand derzeit Hochkonjunktur hat. Mit Stanislas Wawrinka, Tommy Robredo, Mikhail Youzhny und Richard Gasquet gab es in den Viertelfinals gleich vier „Einhänder“ zu bestaunen.

… modisch vieles schief lief. New York gleich Tennis-Laufsteg? Es gibt viel Potential nach oben, wie diese Bilder beweisen.

alt nicht gleich erfolglos ist. Hewitt, Robredo, Youzhny und andere zeigten ein tolles Turnier. Auf Roger Federer trifft dies leider nicht zu.

Roger Federer den Weg aus der Krise noch nicht gefunden hat.

… Schweizer Medien nicht immer auf der Höhe waren. Oder wie kommt man bitteschön auf die Idee zu fragen, ob Stan der bessere Roger ist?

Grigor Dimitrov einmal mehr enttäuschte. Kommt seine Zeit noch oder ist der Hype um den Bulgaren schlicht übertrieben?

… die Veranstalter in Sachen Spielplan kein gutes Händchen bewiesen. Kann mir noch immer nicht erklären, weshalb der Halbfinal zwischen Wawrinka und Djokovic als erstes angesetzt wurde. Nach dem Feuerwerk folgte das Duell zwischen Nadal und Gasquet. Ich habe mich in etwa so gefühlt:

… Serena Williams nicht mit windigen Bedingungen umgehen kann. Djokovic auch nicht. Murray sowieso nicht.

Richard Gasquet auch enge Spiele gewinnen kann, sogar wenn sie über fünf Sätze gehen.

… Kroatien über einen starken Tennis-Nachwuchs verfügt. Mit Ana Konjuh und Borna Coric gewannen zwei kroatische Talente die Junioren-Konkurrenzen in New York.

… selbst Mama Murray ein Fan von Stan ist. Sie gratulierte dem Romand unmittelbar nach dessen Erfolg.

Eurosport noch immer nicht gelernt hat, das simultane Übersetzen bei Platz-Interviews und Siegerehrungen sein zu lassen. Es nervt – und bestimmt nicht nur mich!