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Das nächste Comeback: Amra Sadikovic zurück auf der Tour

Das märchenhafte Comeback von Timea Bacsinszky ist hierzulande in aller Munde. Mit ihrem grossartigen Halbfinal-Vorstoss bei den French Open hat die Romande kürzlich ihr Karriere-Highlight gefeiert – dies, obwohl sie vor zwei Jahren ihr Racket bereits in die Ecke gestellt hatte.

Im Schatten von Bacsinszky versucht nun eine weitere Schweizerin, wieder auf der Tour Fuss zu fassen. Amra Sadikovic hatte vor etwas mehr als einem Jahr ihren Rücktritt erklärt. Auf der ITF-Tour gewann sie 8 Einzel- und 11 Doppel-Titel, der endgültige Durchbruch blieb ihr aber verwehrt. Schweren Herzens verabschiedete sie sich vom Spitzensport.

Comeback-Turnier in Essen

Diese Woche nun tauchte der Name „Sadikovic“ wieder im Tableau eines ITF-Turniers auf. Die mittlerweile 26-Jährige kämpfte sich beim mit 25’000 Dollar dotierten Event in Essen durch die Qualifikation und gewann dort ihre Erstrunden-Partie gegen die Französin Constance Sibille (WTA 304).

„Der definitive Entscheid, es nochmals zu versuchen, fiel Ende April“, erklärt Sadikovic gegenüber LetsTalkTennis. Damit befasst habe sie sich aber bereits seit den Schweizer Meisterschaften im vergangenen Dezember. Dort scheiterte Sadikovic im Halbfinal an Jil Teichmann.

„Die Liebe zum Tennis“ sei der Grund, weshalb sie auf die Tour zurückkehre. Im Gegensatz zu früher wolle sie es nun so richtig geniessen. „Hart gearbeitet habe ich schon früher, dies werde ich auch in Zukunft tun. Mir fehlte jedoch die nötige Spur Lockerheit. Diese bringe ich nun mit“, ist die ehemalige Weltranglisten-179 überzeugt.

Amra Sadikovic mit Fed-Cup-Captain Heinz Günthardt

Von der Trainerin zur Spielerin

Ein Jahr arbeitete die Rechtshänderin, von der Fed-Cup-Captain Heinz Günthardt sagt, sie sei eine „komplette Spielerin“, als Trainerin an der TIF Tennis Academy in Frenkendorf. Sie sei zu 100 Prozent überzeugt, dass sie in Zukunft von den dort gemachten Erfahrungen profitieren werde, sagt Sadikovic.

Als nächstes steht für die Frohnatur, die wieder vom ehemaligen Profi Muhammed Fetov trainiert wird, das ITF-Turnier auf der Lenzerheide (ab 22. Juni) auf dem Programm. So richtig los geht es dann aber erst im Juli. Bis Ende Juni wird die Aargauerin noch als Coach arbeiten und nebenbei trainieren, um sobald wie möglich ihre gesteckten Ziele zu erreichen. Zu diesen gehört unter anderem die Teilnahme an Grand-Slam-Turnieren. „Ich möchte besser werden als je zuvor“, so Sadikovic ambitioniert.

Bacsinszky als Inspiration

Anschauungsunterricht, wie man mit der richtigen Einstellung Erfolg haben kann, erhielt sie jüngst von ihrer ehemaligen Fed-Cup-Kollegin Timea Bacsinszky. Auch Sadikovic zeigt sich davon beeindruckt und sagt: „Timis Comeback ist für mich eine Bestätigung, dass man mit Wille und Liebe alles erreichen kann.“ Gut möglich, dass die beiden schon bald wieder im Fed-Cup-Team vereint sein werden. „Es ist mein Ziel, wieder dabei zu sein“, sagt Sadikovic, fügt aber getreu ihrer neuen „Maxime“ sofort an: „Wann spielt keine Rolle.“

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