Einblicke ins Leben eines leidenschaftlichen Federer-Fans

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In Paris scheiterte Roger Federer bereits im Achtelfinal an Ernests Gulbis. Aus dem unantastbaren Grand-Slam-Seriensieger ist mittlerweile ein angreifbarer Spieler geworden. Das ist für die Fans des Schweizers nicht immer einfach. Marina Vonlanthen, seit Jahren ein eingefleischter Federer-Anhänger, kann davon ein Liedchen singen. In unserer Fan-Serie spricht sie über die Faszination Federer, ein erfolgreiches Projekt und verrät, mit welchem Gegner sie am meisten Mühe hat.

Wie wurdest du zu einem Federer-Fan?

Bei mir war es so, dass ich schon immer gerne Tennis geschaut habe. Zu dem Zeitpunkt vor allem die Grand-Slam-Turniere, welche im TV übertragen wurden. Natürlich wurde ich dann im 2002 auf Roger aufmerksam, als er in Wimbledon Pete Sampras aus dem Turnier warf. Aber so richtig zum Fan wurde ich im Jahre 2003, als er seinen 1. Wimbledon Titel holte. Ich hatte ihn 2000 bereits in Zürich in der Saalsporthalle live erlebt, als die Schweiz im Davis Cup auf Australien traf. Leider war mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst, wem ich da überhaupt live zuschauen darf. Ich habe einfach nur Tennis genossen.

RogerMarinaBaselWas war dein bislang grösster „Roger-Moment“?

Was mein Lieblingsmoment mit Roger anbelangt, ist es wohl mein erstes Treffen mit ihm in Basel, als er dann einfach und urplötzlich vor mir stand und grinsend mein rotes Roger-Federer-Foundation-Cap unterschrieben hat. Ich habe dann sogar all meinen Mut zusammengenommen und ihn noch darum gebeten, mir doch bitte eine Widmung mit „für Marina“ auf das Cap zu schreiben, was er dann lächelnd nickend gemacht hat. Als er dann mit dem Auto davongefahren ist, habe ich meine Freude vor allen Leuten in die Lüfte geschrien und dann gleich meine Schwester angerufen und ihr ins Ohr gebrüllt, dass ich soeben Roger getroffen hätte. Noch heute bekomme ich von ihr zu hören, wie hysterisch ich am Telefon war.

Hast du jemals wegen eines Federer-Matches eine Verabredung abgesagt oder bist nicht zur Arbeit erschienen?

Ich war längere Zeit Mutter und Hausfrau und hatte das Privileg, sehr viele der wichtigen Matches von Roger zu schauen. In den letzten vier Jahren ist es ein wenig komplizierter geworden.  Da gibt es leider immer wieder Matches, die ich einfach nicht vor dem TV schauen kann. Natürlich kribbelt es dann im Bauch und ich schaue immer wieder auf die Uhr. Nach Möglichkeit versuche ich, während einem Match meine Pause zu machen, damit ich dann die Scores auf dem Handy checken kann und bei Twitter nachlesen kann, wie er so spielt. Und wenn dann endlich Feierabend ist, wird natürlich zuerst das Handy in die Hand genommen, um das hoffentlich positive Resultat herauszufinden.

Was war das Verrückteste, das du je für Roger gemacht hast?

Das ist wohl das Projekt „Roger Federer Fans Forum“, welches auf Twitter durch eine Idee von fünf Leuten entstanden ist und im Dezember 2011 online ging. Heute haben wir ca. 3000 aktive Nutzer am Tag (während einem Turnier mit Roger sogar zwischen 6000 bis 8000). Die registrierten Nutzer kommen aus fast 180 Ländern. Wir haben mit diesem Forum eine zusätzliche Plattform für Federer- und Tennis-Fans geschaffen. Ich bin unglaublich stolz, Teil dieses „kleinen“ Projektes zu sein, das sich so enorm entwickelt hat. Es erreicht und verbindet Menschen auf der ganzen Welt.

Matches gegen welchen Gegner sind am schlimmsten für dich?

Bei mir ist und bleibt das Rafael Nadal.  Die Kämpfernatur dieses Mannes beeindruckt mich bis heute. Kein Ball wird je aufgegeben und wenn du denkst, dass er diesen Ball doch einfach nicht mehr erreichen und noch ins Feld spielen kann, dann wirst du bei Rafa eines Besseren belehrt. Der Spanier hat mich schon einige Male zur Verzweiflung gebracht.

RogerMarinaBasel3Wie muss man sich dich während eines Roger-Matches vorstellen?

Rituale in dem Sinn habe ich keine. Ich mach es mir gemütlich auf dem Sofa, soweit es der Spielstand zulässt. Solange es gut läuft, bin ich gelassen. Bei wichtigen Punkten klatsche ich in die Hände und rede mit ihm durch den Fernseher. Wenn ich nicht alleine zu Hause bin und Roger einen „Championship Point“ hat, dann warne ich alle Anwesenden, dass es gleich laut wird. Ich habe meinen Sohn in der Vergangenheit auch schon erschreckt, weil ich so laut wurde. Jetzt warne ich ihn frühzeitig oder er fragt auch manchmal: „Mama, schreist du bei diesem Match auch wieder so rum?“ Gibt es in einem Spiel einen umwerfenden Schlag, oder er macht etwas Lustiges, kann es sein, dass ich meinen Kommentar dazu tweete und kurz nachlese, wie die anderen Fans so reagieren.

Welchen Stellenwert hat Roger in deinem Leben?

Roger gehört zu meinem „Alltag“, wenn ich das so sagen kann. Durch das Roger-Federer-Fans-Forum und Twitter ist er omnipräsent. Während eines Turniers mit seiner Beteiligung natürlich noch intensiver.

 

marinaMarina ist 35 Jahre alt und lebt mit ihrem 10-jährigen Sohn in Chur (GR). Nebst Muttersein arbeitet sie 80% im Detailhandel. Ihre Freizeit verbringt sie mit Tennis und TV-Serien/Filme schauen, viel Musik hören und fotografieren. Des weiteren ist sie eine Administratorin auf RogerFedererFans.com und twittert hauptsächlich über Roger Federer, Tennis und ihre Lieblingsserien.

Ein Gedanke zu “Einblicke ins Leben eines leidenschaftlichen Federer-Fans

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