Federer vs. Wawrinka

Federer vs. Wawrinka: Der grosse Vergleich

Zum ersten Mal überhaupt kommt es in einem Grand-Slam-Halbfinal zu einem Schweizer Duell. In welchen Bereichen hat Roger Federer Vorteile? Wo ist Stan Wawrinka zu favorisieren? Federer vs. Wawrinka – wir nehmen die beiden Halbfinalisten unter die Lupe.

Der Aufschlag:

Sowohl in Sachen Asse (Wawrinka 61, Federer 58) als auch bei der Prozentzahl gewonnener Punkte bei erstem Aufschlag (79 gegenüber 82) liegen die beiden Schweizer nahe beieinander. Federer wirkte bei eigenem Service bislang aber souveräner und musste einzig gegen Philipp Kohlschreiber 2 Mal seinen Service abgegeben. Wawrinka seinerseits zeigte Höhen und Tiefen und wurde im bisherigen Turnierverlauf schon 11 Mal gebreakt.

Vorteil Federer.


Der Return:

99 erste Aufschläge hat Federer bislang zurückgebracht und damit so viele wie kein anderer Spieler. Mit dem Halb-Volley-Return, dem „SABR“ (Sneaky Attack by Roger), hat Federer sein Returnspiel ausserdem um eine weitere Variante ergänzt und ist unberechenbarer geworden. Doch auch Wawrinka hat zuletzt aggressiver und mit weniger Slice returniert als auch schon. Beide werden versuchen, die zweiten Aufschläge konsequent anzugreifen.

Unentschieden.


Die Vorhand:

Schon beeindruckend, mit welcher Selbstverständlichkeit Federer seinen Gegnern die Vorhand um die Ohren peitscht. Richard Gasquet kann ein Liedchen davon singen. Was auffällt: Federer schafft es nun auch wieder, seinen Paradeschlag aus dem Lauf zu beschleunigen. Dasselbe kann Wawrinka natürlich auch. Die Vorhand des Lausanners wird oft unterschätzt, kann aber viel Schaden anrichten. Sein Nachteil: Die Marge ist kleiner, er verzieht darum etwas öfter.

Vorteil Federer.


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Die Rückhand:

Federer hat seine „schwächere“ Seite enorm verbessert, nicht zuletzt auch dank seinem neuem Racket. Im bisherigen Turnierverlauf hat der 34-Jährige mit seiner Backhand absolut überzeugt und keinerlei Schwächen gezeigt. Auch wenn Wawrinka bislang nicht unantastbar war, ist die Rückhand der Paradeschlag schlechthin. Kommt „die beste Backhand auf der Tour“ (John McEnroe) einmal in Fahrt, kann ihr in Sachen Winkel und Geschwindigkeit niemand das Wasser reichen.

Vorteil Wawrinka.


Das Netzspiel:

Offensiv hat Federer schon immer gerne gespielt, unter Stefan Edberg tut er dies nun aber erfolgreicher als je zuvor. Den Vorhand-Volley hat der Baselbieter stark verbessert, ihn zu passieren, ist für die Gegner schwieriger geworden. Auch Wawrinka verfügt über einen guten Volley und hat das Netzspiel in den letzten Jahren häufiger praktiziert. Die Leichtigkeit Federers geht ihm jedoch ab.

Vorteil Federer.


Die Physis:

Mit ihren Kräften sind beide Spieler bislang haushälterisch umgegangen. Federer ist zum 1. Mal seit 2010 ohne Satzverlust in den US-Open-Halbfinal eingezogen und auch Wawrinka hat – Satzverlust gegen Donald Young hin oder oder – nicht unnötig Kraft gelassen. Der 30-Jährige zählt die Physis zu seinen grössten Stärken, über drei Gewinnsätze wächst er regelmässig über sich hinaus. Beide Spieler steigen topfit in diesen Showdown, körperliche Unterschiede sind im Vorfeld keine auszumachen.

Unentschieden.


Das Selbstvertrauen:

Was Federer in den letzten Wochen gezeigt hat, ist schlicht sensationell. Seit den French Open hat er nur eine einzige Partie verloren (Wimbledon-Final gegen Novak Djokovic) und dabei nicht nur resultatmässig, sondern auch spielerisch überzeugt. Der 87-fache Turniersieger strotzt vor Selbstvertrauen. Wawrinkas Zuversicht dürfte eher daher stammen, dass er bislang nicht immer unantastbar wirkte, seine Matches aber dennoch mehr oder weniger souverän gewinnen konnte. Im Viertelfinal gegen Kevin Anderson zeigte er seine mit Abstand beste Leistung. Auch die Tatsache, dass er in Paris das letzte Grand-Slam-Duell gegen Federer gewinnen konnte, dürfte ihm Auftrieb geben.

Unentschieden.

Endstand: Federer – Wawrinka 6:4.

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