Davis Cup – I love it!

Ich muss ehrlich zugeben: Obwohl er zuletzt immer wieder in die Kritik geraten ist, mag ich den Davis Cup. Fünfsatz-Dramen, Überraschungen und neue Gesichter – es wird immer das volle Programm geboten. Das war auch heute so.

Zum Frühstück gab es für mich das Erstrunden-Duell zwischen Österreich und Kasachstan. Nun ja, es gibt attraktivere Starts in den Tag, aber warum nicht? Schliesslich machen die beiden Aussenseiter den Schweizer Viertelfinalgegner unter sich aus – vorausgesetzt natürlich, Wawrinka & Co. räumen Titelverteidiger Tschechien aus dem Weg. Dazu aber später mehr.

Also zu den Ösis. Sie gingen als haushoher Favorit ins Rennen – dies sahen auf jeden Fall die heimischen Medien so. Von den Gegnern wie Golubev und Korolev hat man offenbar noch nie etwas gehört. Auch Jürgen Melzer war zuversichtlich (Um es vorwegzunehmen: Es sollte sein letzter Tweet an diesem Tag sein):

Die Stimmung änderte sich allerdings schlagartig, als Golubev die österreichische Nummer 2 Andreas Haider-Maurer in drei Sätzen vom Platz fegte. Oder wie es der österreichische Kommentator treffend formulierte: „Des woa ka Schmankerl um 7 in der Früh…“

Konsternation total dann beim Match von Jürgen Melzer. Der Vorzeige-Ösi lag gegen Korolev schnell mit 5:2 in Front, hatte gar Satzball, ehe der Faden komplett riss. Da blieb sogar mir das Frühstücksbrötchen beinahe im Halse stecken, denn so schlecht hatte ich den WTA-Schürzenjäger noch selten gesehen. Die Kommentatoren machten sich zuvor noch über Korolev lustig („Hast den Zweitn gsehn? Der woa zwa Meter im Out, ma bis du deppert. Des is a herrlich.“) Herrlich war aus österreichischer Sicht fortan aber nichts mehr. Mit 0:2 liegt man nach Tag 1 in Hintertreffen. Um noch einmal den Kommentator zu ziteren: „Das war die beste Auslosung, die zu bekommen war. Dass vor allem der Jürgen ab dem 5:2 nichts mehr zamenbrocht hat, des is bitter. (…) Für das österreichische Tennis alles andere als positiv. Das einzige, was jetzt leicht fällt zu sagen: Es kann nur besser werden…“

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Die Reaktionen auf Melzers Tweet liessen auch nicht lange auf sich warten:

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Für mich ging der Davis-Cup-Tag dann mit Schweiz-Tschechien weiter. Das erste Spiel zwischen Stan Wawrinka und Lukas Rosol (ja, der Rosol!) verfolgte ich auf RTS. Und da flimmerte plötzlich einer über den Bildschirm, den ich kaum mehr erkannt hätte *räusper* (dies, obwohl ich ihn noch vor wenigen Monaten in Basel gesehen habe…)

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Stan hatte dann für einmal kein Bock auf Drama, zog sein Ding durch und liess sich auch nicht vom Weg abbringen, als Rosol die Halle mit einem Wunderschlag zum Kochen brachte. Da staunte selbst Federer – Robert Federer. Der Roger-Papi unterstützte das Schweizer Team in Genf – welch nette Geste!

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Die Unterstützung des verletzten Radek Stepanek half (zuerst) hingegen wenig…

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Danach nahm die Partie ihren erwarteten Lauf, sprich Tomas Berdych bezwang Henri Laaksonen. Hier sei allerdings erwähnt, dass der „Swissish“ (der Schweizer Finne) dem haushohen Favoriten einen Satz abknöpfte und bei seinem Debut die Herzen der Fans gewann.

Für mich aber war es an der Zeit, mich der Partie zwischen Belgien und Serbien zuzuwenden. David Goffin, der grösste RF-Fan auf diesem Planeten, spielte gross auf und servierte gegen Victor Troicki im dritten Satz zum Matchgewinn, ehe er einbrach. Oder war es doch die Unterlage, die ihm auf einmal zu schaffen machte?

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Novak Djokovic sagte vor dem Spiel, es sei die „schlechteste Unterlage, auf der ich je gespielt habe.“ Wie dem auch sei: Goffin verlor, Djokovic gewann und Serbien ist so gut wie durch. Langweilig.

Ach ja: Ein bisschen vom Spiel zwischen Jo-Wilfried Tsonga und Amir Weintraub habe ich mir auch noch gegeben. Der Israeli kämpfte zwar aufopferungsvoll und gewann den dritten Satz, brachte sich dann aber gleich selbst um die Früchte seiner Arbeit. Im Vierten schlug er beim Stand von 5:6, 30:30 auf und produzierte den wohl schlechtesten Smash in der Geschichte des Tennissports…

Für mich ist aber noch lange nicht Schluss, denn Tennis gibt es auch jetzt noch zur Genüge – Zeitverschiebung sei Dank!

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