Happy Birthday, Roger Federer!

[getty src=“493735061?et=wFyTvxthRYxbJ2_6cjjyBw&sig=e3Pq1NbAGjoTMvTkcbJLOH_WcN0JCpyrx_cFNnmslVU=“ width=“495″ height=“330″]Ich mag mich noch bestens daran erinnern, als Roger Federer vor drei Jahren 30 Jahre alt wurde. Jetzt würde es langsam aber sicher kritisch werden, mit den Besten mitzuhalten, prophezeiten einige (Möchtegern-)Experten. Selbst das renommierte deutsche Nachrichtenmagazin „Spiegel“ veröffentlichte wenige Wochen nach Federers rundem Geburtstag einen Artikel mit dem Titel: „King Roger klammert sich an die Macht„. Darin war beispielsweise zu lesen:

„Aber Federer, der Tennis-König, ist mittlerweile 30 Jahre alt. Privat erlebte er seit der Geburt seiner Zwillingstöchter 2009 vermutlich eine Reihe schöner Momente. Auf dem Platz hat er seine besten Zeiten aber hinter sich, in der Weltrangliste liegt er nur noch auf Rang drei.“

„Erst im November, als die Saison eigentlich vorbei war, gewann Federer die Turniere in Basel und Paris-Bercy sowie das ATP-Saisonfinale in London. Doch gerade der Titel bei der inoffiziellen ATP-Weltmeisterschaft klingt besser, als er ist. Das Turnier der besten Acht der Saison hat seit Jahren keinen hohen Stellenwert mehr.“

„Der 33-Jährige scheint verstanden zu haben, dass er nur noch gewinnen kann, wenn die Konkurrenz nicht in Bestform oder gar nicht mit dabei ist.“

Genau drei Jahre später liegt Federer immer noch – oder wieder – auf Rang 3. Er hat seit seinem 30. Geburtstag weitere 12 Turniersiege feiern können, darunter mit Wimbledon ein Grand-Slam-Turnier, vier Masters-1000-Titel und die World Tour Finals. Dazu kommt die Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in London. Gar nicht so schlecht für einen „Tennis-Opa“, der sein Racket nach Meinung vieler Schreiberlinge am besten gleich nach seinem 30. Geburtstag in die Ecke gestellt hätte, oder?

Ich habe letzte Nacht Federers Match gegen Marin Cilic verfolgt. Nein, ich bin nicht extra dafür aufgestanden, mir lag eher die grosse Portion Pasta vom Vorabend auf dem Magen :) Diese Partie hat aber wieder einmal gezeigt, wie viel Feuer noch in Federer steckt. Er kämpfte wie ein Löwe, verzückte die Fans mit aussergewöhnlichen Schlägen und liess sich auch nicht hängen, als er 6 Matchbälle – teilweise auf leichtfertige Art und Weise – vergeben hatte.

Ich habe Roger während meiner Zeit bei sport.ch vor drei Jahren zum 30. Geburtstag eine kleine Würdigung geschrieben. Ich denke, der Zeitpunkt passt, diese hier noch einmal (leicht angepasst) zu veröffentlichen. Denn ob 30 oder 33 – so viel hat sich in der Zwischenzeit gar nicht verändert.

Lieber Roger,

du feierst heute deinen 33. Geburtstag. Eine grosse Party liegt nicht drin, da du in Toronto den Viertelfinal gegen David Ferrer spielst und dich damit mitten in der Vorbereitung auf die US Open befindest. Ein Turnier, das du nur allzu gerne ein sechstes Mal gewinnen würdest. Dass du mit 33 Jahren nicht mehr zu den jungen Hüpfern auf der Tour gehörst, das weisst du. Doch das Älterwerden macht dir nichts aus.

Vor ziemlich genau 13 Jahren hat deine unglaubliche Karriere so richtig Fahrt aufgenommen. Der grosse Sieg über Pete Sampras in Wimbledon, dein erster Turniersieg in Mailand – damals wurde ein erstes Mal deutlich, dass du nicht nur ein riesiges Talent bist, sondern dein Potential auch ausschöpfen wirst.

In den letzten 13 Jahren hast du so viel erreicht, dass du für viele der grösste Tennisspieler aller Zeiten bist. 17 Grand-Slam-Titel hast du bisher gesammelt, dazu sechs Mal das Masters gewonnen und bist mittlerweile bei 79 Turniersiegen angelangt. Es fällt schwer, diese unglaublichen Zahlen zu begreifen.

Doch es ist nicht nur sportlich viel passiert, du bist auch als Mensch gereift, hast eine (grosse) Familie gegründet. Wutausbrüche und zertrümmerte Rackets gehörten früher zu dir wie das Understatement zu Rafael Nadal. Heute bist du ein Vorbild für viele Nachwuchsspieler und nicht zuletzt auch für deine (Ex-)Konkurrenten. Andy Roddick und James Blake beispielsweise gehören zu deinen grössten Fans.

Viele sind auf die Tour gekommen oder haben diese verlassen. Du, Roger, bist bis heute geblieben. Hiessen deine härtesten Rivalen früher Lleyton Hewitt, Marat Safin oder Andy Roddick, so sind es heute Rafael Nadal, Novak Djokovic und Andy Murray. Sie fordern dich, treiben dich zu Höchstleistungen. Während “deine Generation“ mittlerweile das Handtuch geworfen hat oder verzweifelt um den Anschluss kämpft, spielst du noch immer auf allerhöchstem Niveau. Das ist alles andere als selbstverständlich und wird viel zu selten gewürdigt.

Wir loben und kritisieren dich, analysieren dein Spiel, blicken voraus, schauen zurück und sind dabei wohl nicht immer ganz objektiv. 

Zu deinem 33. möchte ich dir aber einfach Danke sagen. Nicht für deine grossartigen Leistungen und Erfolge, sondern für all die Emotionen, die du uns Tennisfans in den letzten Jahren beschert hast. In diesem Sinne: Happy Birthday, Roger!

 

Ein Gedanke zu “Happy Birthday, Roger Federer!

  1. “Erst im November, als die Saison eigentlich vorbei war, gewann Federer die Turniere in Basel und Paris-Bercy sowie das ATP-Saisonfinale in London. Doch gerade der Titel bei der inoffiziellen ATP-Weltmeisterschaft klingt besser, als er ist. Das Turnier der besten Acht der Saison hat seit Jahren keinen hohen Stellenwert mehr.”

    ich will wissen, welchen stoff der Verfasser genommen hatte, um diese Aussage zu tätigen. Die WTF haben keinen hohen Stellenwert?!?!?!?!?!

    Diese Kritiker können keinen Schläger halten und schreiben dann so was.

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