IN und OUT: Twitter-Fauxpas und Tiebreak-Desaster

Diese Woche steht ganz im Zeichen von Roger Federers Rückkehr auf die ATP Tour. Der Schweizer greift nach einer langen Pause wieder zum Schläger und will in Madrid seinen Titel verteidigen. Der Auftakt ist ihm mit einem Sieg gegen Radek Stepanek geglückt. Das kann man von Novak Djokovic nicht behaupten. Der Serbe musste in Runde 2 die Segel streichen, Nachwuchsstar Grigor Dimitrov rang ihn in drei packenden Sätzen nieder. Doch was lief in den vergangenen Tagen sonst noch so? Hier kommt das neue „IN und OUT“.

DAS WAR IN:

1. Anteilnahme Brad Drewett: Vergangene Woche verlor die ATP Tour eine grosse Figur. Präsident Brad Drewett starb erst 54-Jährig an einer Erkrankung des Nervensystems. Die Anteilnahme war riesig und zeigte, wie beliebt der Australier bei den Spielern war. In Gedenken an Drewett gab es auf dem Center Court in Madrid eine Schweigeminute, mit dabei auch Federer, Djokovic und Co.

2. Pablo Carreno Busta: Allzu gängig ist dieser Name noch nicht, viele haben ihn wohl letzte Woche in Estoril zum ersten Mal gehört, als der Spanier im Halbfinal gegen Stanislas Wawrinka spielte. Man sollte sich diesen Namen aber unbedingt merken. Der Mann aus Gijon gewann zu Beginn des Jahres unglaubliche 39 seiner ersten 40 Spiele und holte bei 7 (!) Futures-Turniere in Folge den Titel. Nun ist der 21-Jährige auch auf der ATP Tour so richtig durchgestartet.

3. Stanislas Wawrinka: Es war sein grosses Ziel vor der Saison, nun hat er es erreicht: Stanislas Wawrinka gewinnt zum ersten Mal seit über zwei Jahren wieder einen Titel auf der ATP Tour. Der Finalerfolg über David Ferrer in Estoril dürfte dem Romand zusätzlich Selbstvertrauen verleihen. Man darf gespannt sein, was Stan in den nächsten Wochen zeigen wird, zumal in Madrid die Zusammenarbeit mit seinem neuen Coach Magnus Norman definitiv beginnt. Wawrinka scheint reif für einen Exploit auf Sand.

DAS WAR OUT:

1. Robin Haase: Es ist bislang nicht das Jahr des Niederländers. Der Weltranglisten-77. hat in dieser Saison bereits 8 Erstrunden-Niederlagen einstecken müssen. Ausserdem brach Haase kürzlich einen Rekord. Er verlor in Madrid gegen Alexandr Dolgopolov den 15. Tiebreak in Folge – das hat vor ihm noch keiner geschafft.

2. John Tomic: Er soll seinen Sohn und dessen Trainingspartner Thomas Drouet geschlagen haben. Die Geschichten um John Tomic, die in den letzten Tagen in den Medien die Runde machten, sind erschreckend. Tomic senior soll Drouet das Nasenbein und sogar einige Wirbel gebrochen haben. Die Konsequenz: Der Vater wurde bis auf Weiteres von allen ATP-Turnieren ausgeschlossen und muss sich nun vor Gericht verantworten. Tragische Geschichte. Bleibt zu hoffen, dass Bernie die Kurve kriegen wird…

3. Caroline Wozniacki und Julien Benneteau: Noch im Februar schlug Julien Benneteau in Rotterdam Roger Federer und feierte damit einen seiner grössten Siege. Seither geht aber gar nichts mehr. Der noch titellose Franzose gewann in der Folge nur eine einzige Partie und scheiterte 5 Mal bei seinem ersten Auftritt. Nicht viel besser läuft es Caroline Wozniacki. Die Dänin, in der Weltranligste mittlerweile auf Platz 10 zurückgefallen, musste bei ihren letzten beiden Turnieren ebenfalls nach ihrem Startspiel die Koffer packen. Gelingt den beiden die Trendwende?

Tweets der Woche:
Tommy Haas siegt und siegt weiter. In München gewann er am Sonntag seinen 14. Titel – und dies als 35-Jähriger. Wir alle sind beeindruckt und Andrea Petkovic spricht auf ihre Art aus, was wir alle denken:

Rookie-Fehler von David Ferrer. Der Spanier, Werbeträger von Samsung, lobte sein neues Galaxy S4 in den höchste Tönen. Dumm nur, dass der Tweet von einem iPhone aus versendet wurde. Die verhängnisvolle Nachricht hat Ferrer mittlerweile gelöscht.
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Letzte Woche gab es auf „LetsTalkTennis“ einen Post zu den besten Tweets von Micaela Bryan, der Tochter von Doppelspezialist Bob Bryan. Etwas zu früh, wie sich nun herausstellt. Denn dieser Tweet schlägt alle vorherigen – grosses Kino!

Artikel der Woche:
Wer ist der älteste Top-100-Spieler? Nein, nicht Tommy Haas. Es ist Ruben-Ramirez Hidalgo. Im Tennisblog der New York Times werden dem beinahe unbekannten Spanier einige Zeilen gewidmet. Sehr interessant, wie ich finde.

Video der Woche:
Klar, etwas Glück war auch dabei. Aber dieser (ungewollte?) Zauberschlag war grossartig (ab 07:14):