Interview mit Timea Bacsinszky

Bereits 19 Siege in dieser Saison, zuletzt 13 in Folge: Timea Bacsinszky läuft es derzeit rund. Für LetsTalkTennis nahm sich die Überfliegerin Zeit, ein paar nicht ganz alltägliche Fragen zu beantworten. In unserem Interview spricht die 25-Jährige über Verwechslungen, Autogramme und Musiksünden.

LetsTalkTennis: Wann haben Sie das letzte Mal ein Autogramm geholt?

Das ist schon ziemlich lange her. Vor vielen Jahren habe ich Roger Federer auf dem Parkplatz bei Swiss Tennis in Biel getroffen. Ich habe mich aber nicht getraut, ihn nach einem Autogramm zu fragen. So habe ich Pierre Paganini vorgeschickt. Er hat mir dann eine Autogrammkarte zurückgebracht.

Hm, jetzt fällt mir gerade ein, dass das nicht das letzte Mal war. Bei den US Open 2007 hatte ich Schmerzen am Fuss, worauf Martina Hingis mir für mein Match ein Paar ihrer Schuhe ausgeliehen hat. Ich habe diese dann nach der Partie in ihre Garderobe zurückgebracht. Am nächsten Tag standen die Schuhe dann wieder in meinem „Locker“. Martina meinte, sie hätte ohnehin genug, ich dürfe sie gerne behalten. Daraufhin habe ich sie gebeten, die Schuhe für mich zu unterschreiben.

Wann wurden Sie das letzte Mal verwechselt?

Das ist mir erst kürzlich in Acapulco passiert. Ich war während dem Aufwärmen am Seilspringen, als jemand auf meinen Coach Dimitri zuging und ihn fragte, ob ich Maria Sharapova sei. Das hat mich zum Lachen gebracht. Vielen Dank lieber Fan, leider bin ich nicht so gross (lacht).

Wann haben Sie das letzte Mal mit einer anderen Spielerin das Zimmer geteilt?

Das ist schon eine ganze Weile her. Das letzte Mal habe ich im Interclub 2010 ein Zimmer geteilt. Das war mit Imane Maelle Kocher. Sie ist super nett und wir haben viel gelacht. Auf der Tour liegt das noch weiter zurück, ich glaube letztmals 2007. Mein ehemaliger Trainer hat mir einmal gesagt: Essen und Schlafen sind das Wichtigste, dort soll man nicht sparen. Wann immer es finanziell möglich war, habe ich deshalb ein Einzelzimmer genommen. Es ist für einen Tennisspieler wichtig, seine Privatsphäre zu haben.

Wann haben Sie das letzte Mal ein Souvenir gekauft?

In Acapulco habe ich rund 20 kleine Plüsch-Papagei-Schlüsselanhänger gekauft. Ich werde diese dann meinen Nichten, meiner Mutter und meinen Freunden als kleines Souvenir zurück in die Schweiz bringen. Ich versuche eigentlich immer, von jeder Destination ein kleines Andenken mitzunehmen. Meist ist dies ein Magnet, ich habe an meinem Kühlschrank schon über 40. Wenn also jemand mal nicht weiss, was er mir schenken soll. Über ein Magnet freue ich mich immer (lacht).

Was war Ihr schlimmstes Flugerlebnis?

Das war 2010 von Los Angeles nach Miami. In der Mitte des Fluges gab es an Bord gleich zweimal ein Feuer. Wie sich herausstellen sollte, war es nichts Schlimmes. Aber im ersten Moment brach richtiggehend Panik aus. Ich war sehr froh, als wir heil landeten.

Wann haben Sie letztmals ein Kompliment von einem Spieler/einer Spielerin erhalten?

Ich muss sagen, dass ich nach meinen beiden Turniersiegen sehr viele Glückwünsche erhalten habe. Unter anderem auch von Aleksandra Krunic. Ich hatte mit ihr im letzten Jahr beim ITF-Turnier in Kreuzlingen ein langes Gespräch. Wir haben darüber gesprochen, wie schwierig es ist, zurückzukommen und im Ranking nach oben zu klettern. Nach meinem Sieg in Acapulco hat sie mich umarmt und mir gesagt: „Erinnerst du dich noch an unser Gespräch? Es ist grossartig, ich freue mich riesig für dich.“ In Indian Wells hat mir auch Lesia Tsurenko, die ich sowohl in Acapulco als auch in Monterrey geschlagen habe, gratuliert. Es ist schön, von den Konkurrenten so etwas zu hören, das fällt nicht jedem leicht. Ich möchte mich an dieser Stelle für die vielen Nachrichten und netten Worte bedanken.

Wann haben Sie das letzte Mal ein Tennismatch via Livescore verfolgt?

Das war letzte Woche beim Davis Cup. Ich habe praktisch alle Matches verfolgt und dabei einmal fast das Frühstück verpasst. Grosses Kompliment an die Jungs, die das Unmögliche fast möglich gemacht haben. Glückwunsch auch an Henri für seine Leistung, das war unglaublich. Ich muss aber sagen, dass es schon ziemlich anstrengend war, so mitzufiebern. Das werde ich nicht so schnell wieder machen (lacht).

Für welche Musiker/Bands auf Ihrem iPod schämen Sie sich?

Hmm… Also ich habe ein Lied von Justin Bieber auf meinem iPod, das ich vor einigen Jahren ziemlich gut fand. Mittlerweile höre ich es aber kaum noch. Dann zwei Lieder von den Backstreet Boys, die ich immer wieder abspiele, wenn ich mit Freunden zusammen bin. Die schauen mich dann jeweils ganz komisch an. Von Britney Spears habe ich auch noch was drauf, aber das werde ich bald löschen.

Wie haben Sie die beiden Turniersiege in Acapulco und Monterrey gefeiert?

Nach dem Sieg in Acapulco war ich mit Dimitri und Andreas (Timeas Freund, Anm. d. Red.) Abendessen. Die beiden haben ein Glas Wein getrunken. Ich habe verzichtet, weil unser Flieger bereits am nächsten Morgen ging. Wir haben den Moment mit ein paar Polaroid-Bildern festgehalten, das ist eine sehr schöne Erinnerung.

In Monterrey waren wir erst um ca. 03:30 Uhr zurück im Hotel. Ich habe dann 10 Minuten ganz alleine draussen verbracht. Es war kalt, aber es hat mir gut getan. Ich habe ein Lied von Massive Attack gehört und einfach die Ruhe genossen. Dann musste ich aber schnell zurück ins Zimmer, um meine Sachen zu packen. Unser Transport zum Flughafen ging bereits um 5 Uhr. So richtig feiern werden wir dann, wenn wir zurück in der Schweiz sind. Wir werden etwas Schönes organisieren und unsere Freunde einladen. Darauf freue ich mich.

Welches sind Ihre Traumpartner im Doppel und Mixed-Doppel?

Bei den Frauen wäre es ganz klar Kim Clijsters. Ich fand sie immer super nett. Ich bin überzeugt, dass wir viel Spass zusammen hätten. Auch Justine Henin wäre eine tolle Partnerin. Bei den Männern ist es Roger. Aber auch mit Stan wäre es cool. Was meinst du, soll ich ihn für die Olympischen Spiele in Rio anfragen (schmunzelt)? Mit Nadal würde ich auch gerne mal spielen. Er ist defensiv eine Wand.

Von Svenja Mastroberardino

 

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