IMG_2679_C

Martina Hingis: Wie im Doppel alles begann…

Martina Hingis kennt keine Müdigkeit. Abnutzungs- oder Alterserscheinungen? Von wegen. Mit 35 Jahren mischt die Ostschweizerin die Doppel-Tour noch einmal so richtig auf. Zusammen mit ihrer aktuellen Partnerin Sania Mirza hat Hingis in diesem Jahr bereits 8 Turniere gewonnen, darunter Wimbledon und die US Open.

Doch wie begann im Doppel eigentlich alles? Wir haben etwas im Archiv gestöbert und die erste Doppelpartnerin von Martina Hingis ausfindig gemacht. Sie blickt mit uns zurück – und hat einen grossen Wunsch. 

Die Premiere vor 21 Jahren

Es war in Essen 1994, als der Name „Martina Hingis“ erstmals in einem WTA-Doppel-Tableau auftauchte. Beim sogenannten „Nokia Grand Prix“ feierte die damals 14-Jährige ihrer Feuertaufe in einem Doppel-Wettbewerb. An ihrer Seite: Die Tschechin Petra Langrova, heute Cernoskova.

„Ich muss ehrlich sagen: Ich kann mich gar nicht mehr so richtig an unser Doppel in Essen erinnern“, gesteht Cernoskova gegenüber LetsTalkTennis. Das dürfte zwei Gründe haben: Einerseits scheiterte das Duo bereits in der 1. Runde, andererseits war es bei weitem nicht der erste Auftritt des schweizerisch-tschechischen Gespanns. „Ich kenne Martina, seit sie geboren wurde. Ich habe früher gegen ihre Mutter Melanie Club-Matches gespielt“, verrät Cernoskova. „Martina hat vor unserem WTA-Debüt in meinem Klub in Prostejov gespielt und ich war einige Jahre für die Old Boys Basel in der Schweiz aktiv. Wir haben also eine lange gemeinsame Vergangenheit“, so die heute 45-Jährige.

Über die Jahre hinweg standen Hingis und Cernoskova immer wieder gemeinsam auf dem Platz. „Noch in bester Erinnerung ist unser entscheidendes Doppel-Match 1997 im Final für unseren Klub Prostejov gegen Prerov. Wir haben in drei Sätzen gewonnen. Ich weiss noch, wie enttäuscht Martina damals vor diesem Endspiel war. Sie hatte wenig zuvor den French-Open-Final gegen Iva Majoli verloren. Sit litt damals noch sichtlich an den Folgen ihres Sturzes vom Pferd“, erinnert sich Cernoskova. „Es war für sie eine grosse Freude, dass sie das nach dem schmerzlichen Rückschlag erleben durfte.“

Ein unübersehbares Talent

„Teen Sensation“ Hingis war 1997 im Paris-Endspiel als Weltnummer 1 beim 4:6, 2:6 gegen Majoli (WTA 9) überraschend chancenlos geblieben. Wenig zuvor hatte sie in Australien ihren ersten Grand-Slam-Titel geholt und sollte im gleichen Jahr auch noch Wimbledon und die US Open gewinnen.

Vom Talent Hingis’ war Cernoskova von der ersten Sekunde an überzeugt. „Sie war schon als kleines Mädchen eine aussergewöhnliche Spielerin. Jeder konnte sehen, wie talentiert und speziell sie ist.“

IMG_2677_CDass sie auch heute – nach zwei Rücktritten und einigen Rückschlägen – immer noch erfolgreich ist, überrascht Cernoskova nicht. Im Gegenteil: „ Martina hat immer noch die Energie, um zu trainieren und zu reisen. Sie könnte ewig spielen.“

Auch heute noch steht Cernoskova mit ihrer ehemaligen Doppel-Partnerin in regelmässigem Kontakt. „Letztes Jahr hat sie zusammen mit Jana Novotna, Jiri Novak und Fed-Cup-Captain Petr Pala eine Exhibition in Prag gespielt.“ Diese wurde an jener Stätte ausgetragen, wo auch das WTA-Turnier stattfindet. Turnierdirektorin dort? Petra Cernoskova.

Schliesst sich der Kreis in Prag?

„Mein Leben dreht sich immer noch ums Tennis. Ich führe den Klub in Prostejov und bin die Turnierdirektorin des ATP-Challenger-Turniers in Prostejov sowie des WTA-Turniers in Prag“, erklärt die ehemalige Nummer 53 der Welt.

Ausgerechnet dort feierte die in den Medien oft als Hinigs-Nachfolgerin bezeichnete Belinda Bencic in diesem Jahr ihren erste Doppel-Titel auf der WTA-Tour. Schliesst sich damit gewissermassen ein Kreis? „Es war für mich sehr speziell, dass Belinda die Doppel-Konkurrenz zusammen mit Lokalmatadorin Katerina Siniakova für sich entscheiden konnte“, gibt Cernoskova zu.

Da drängt sich natürlich die Frage auf: Wird auch Hingis dem Turnier ihrer allerersten WTA-Doppelpartnerin einmal die Ehre erweisen? Cernoskova lacht und sagt vielversprechend: „Sag niemals nie. Wir würden uns natürlich riesig freuen, sie in Prag begrüssen zu dürfen.“ Die vielbeschäftigte Geschäftsfrau weiss aber auch: „Es hängt massgeblich von Martinas Turnierplan ab.“ Die Einladung steht. 

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *