Roger Federer und die wiedergewonnene Servicestärke

[getty src=“478922815?et=h80uc4nyGkq5QRtfequiFQ&sig=dhCxRSoDnNDTiWezEUlVO2MEyWSfhzr2RtPqE0pmbPw=“ width=“500″ height=“400″] Gegen Thiemo de Bakker feierte Roger Federer in Miami seinen bereits 21. Sieg in dieser Saison – dies bei nur 3 Niederlagen. Der Baselbieter lieferte gegen den Niederländer ein weiteres Beweisstück seiner derzeit blendenden Form ab. Zum Vergleich: Im Vorjahr wies Federer zum selben Zeitpunkt die ungleich schwächere Bilanz von 13 Siegen gegenüber 4 Niederlagen auf, erste Zweifel über seinen Formstand kamen auf. Ganz anders im diesen Jahr: Die Frage scheint nicht mehr zu sein wann, sondern wie viele Titel der Rekordmann in dieser Saison noch gewinnen kann.

Federers neuerliche Auferstehung hat mannigfaltige Gründe: Gesundheit, Racket, Selbstvertrauen. Diese drei im Tennis eminent wichtigen Voraussetzungen führen zum eigentlichen Schlüssel von Federers jüngsten Erfolgen: Dem Aufschlag. Der 32-Jährige servierte zuletzt wie zu seinen besten Zeiten. Es sind nicht die Asse eines John Isners oder Ivo Karlovic, die Federer zu einem wahren „Service-Monster“ (entschuldigt den Begriff) machen, sondern seine Variabilität und Effizienz.

Neuer Rekord für Federer

In seinem ersten Match in Miami sorgte Federer – wieder einmal – für einen Rekord. Er verlor gegen den kroatischen Hünen Ivo Karlovic bei eigenem Aufschlag nur gerade 3 (!) Punkte – dies bei 11 gespielten Aufschlagsgames! Dass Karlovic dabei zu keiner einzigen Breakchance kam, versteht sich quasi von selbst. Hier die eindrücklichen Statistiken:

FedKarlo

Zuvor lag Federers Rekord bei 5 verlorenen Punkten bei eigenem Aufschlag, aufgestellt 2013 beim 6:0, 6:0 gegen Mischa Zverev in Halle. Beinahe hätte Federer diesen ein weiteres Mal unterboten, denn auch gegen De Bakker blieb der Schweizer bei eigenem Service unangetastet. Er gab in 9 Aufschlagspielen nur 7 Punkte ab, wiederum musste er seinem Gegner keine einzige Breakchance zugestehen:
FedDebak

In der Summe macht dies in Miami fast 90 Prozent gewonnene Punkte bei eigenem Service. Oder anders ausgedrückt: 2,5 Punkte pro Satz (!) für den Gegner bei Aufschlag des Schweizers. Diese Zahlen beeindrucken, auch wenn Karlovic und De Bakker nicht gerade als starke Returnspieler bekannt sind. Federer führt diese fast schon surrealen Service-Statistiken auf sein neues Racket zurück. Nachdem ein erster Versuch mit einem neuen Modell im Vorjahr bei den Turnieren in Hamburg und Gstaad gründlich gescheitert war, hat er sich mittlerweile an sein neues Arbeitsgerät gewöhnt.

Das neue Racket im Griff

„Ich kann damit sehr einfach Power generieren, vor allem beim ersten Aufschlag“, erklärte Federer gegenüber der ATP in Miami. „Je mehr ich damit spiele, desto besser wird mein Gefühl dafür, wie der Ball fliegt und wie viel Spin ich ihm mitgeben muss, damit er nahe an die Linien geht. Damit hatte ich im letzten Jahr und auch zuvor manchmal Probleme. Jetzt geht es darum, Geschwindigkeit und Präzision aufrecht zu erhalten. Momentan klappt das sehr gut“, so Federer weiter.

Obwohl Federer mit seinem aktuellen Racket sehr zufrieden ist, ist der Prozess längst nicht abgeschlossen. „Ich werde in den nächsten Wochen noch einige Dinge testen. In rund einem Monat sollte ich dann wissen, ob es das ist oder nicht.“

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