SABR dich zum Titel, Roger!

SABR, SABR, SABR. Eigentlich kann ich es nicht mehr hören. Am liebsten würde ich eigenhändig dafür sorgen, dass dieses neue Modewort aus dem Tennis-Glossar gestrichen wird. Zu sehr stürzten sich die Medien zuletzt auf diesen „neuen“ Wunder-Return, aber noch viel schlimmer: Zu hässlich ist dieses Wortkonstrukt. Es tut in den Ohren weh. Es hätte doch auch „ATOS“ (Attacking The Opponent’s Serve) oder noch besser „RORY!“ (Roger’s Offensive Return Yay!) sein können. In diesem Sinne: Merci für dieses Wortgeschwür, Seve! *eyeroll*

Doch so schrecklich das Wort, so genial der Schachzug des Federer-Clans. Denn hinter dem Halb-Volley-Return steckt viel mehr als der eigentliche Angriff auf den Aufschlag des Gegners, den Plappermaul und Djokovic-Coach Boris Becker kürzlich als „respektlos“ bezeichnete. Weil Bobbele ja bekanntlich die moralische Instanz ist. *hüstel*

Ja, auf den ersten Blick wirkt der SABR in der Tat überbewertet, wird „zu viel Gedöns“ (Becker) darum gemacht. Die tatsächliche Erfolgsquote bei Anwendung dieses Returns ist bestenfalls durchschnittlich. Dabei nicht berücksichtigt wird jedoch der psychologische Druck, den Federer mit dieser Variante auf den Aufschläger ausübt. Weil er sich erst nach vorne bewegt, wenn der Gegner bereits mit der Aufschlagbewegung begonnen hat, weiss dieser nie, ob Federer tatsächlich den überraschenden Angriff startet.

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Doch noch viel mehr fällt ins Gewicht, dass Federer es geschafft hat, dass in diesen Tagen alles über ihn und von ihm spricht. Roger ist es, der etwas Neues geschaffen hat (was eigentlich gar nicht so neu ist). Er ist es, der das Tennis einmal mehr revolutioniert. Er erfindet sich mit 34 Jahren neu. ROGER FEDERER IST TENNIS.

Genau diese Tatsache ist es, die vielen Konkurrenten nicht schmeckt. Am allerwenigsten Finalgegner Djokovic. Gut, Becker vielleicht noch etwas weniger, anders sind seine höchst fragwürdigen und merkwürdigen Aussagen nicht zu interpretieren. Es ist offensichtlich: Der Clan des Serben ist verunsichert und sowas von genervt. Und genau das ist meiner Meinung nach der grösste Verdienst des SABRs. In diesem Sinne: SABR dich heute zum Titel, Roger!

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