Nichts spricht in New York für Roger Federer – oder?

Der Countdown auf den US-Open-Start ist aus Schweizer Sicht speziell. Der Grund ist so simpel wie ungewohnt: Erstmals seit Jahren gehört Roger Federer bei einem Grand-Slam-Turnier nicht zum engeren Favoritenkreis. Die Wettanbieter sehen Djokovic vor Nadal und Murray. Auch Del Potro werden in Flushing Meadows die grösseren Chancen eingeräumt als dem fünffachen Champion Federer.

Diese Einschätzung scheint realistisch. Es spricht derzeit wenig bis nichts für den Schweizer. Federer ist in der Weltrangliste auf Rang 7 abgerutscht und damit so schlecht klassiert wie letztmals am 20. Oktober 2002. Die Ergebnisse in diesem Jahr sind für den mittlerweile 32-Jährigen – gemessen an seinem Massstab – als ungenügend einzustufen. Bei den French Open (Aus im Viertelfinal gegen Tsonga) und insbesondere in Wimbledon (Zweitrunden-Niederlage gegen Stakhovsky) musste Federer bittere Pleiten einstecken, die ihn auch in der Folge noch beschäftigen sollten. Neben körperlichen Beschwerden verlief zuletzt auch die Vorbereitung auf den finalen Showdown in New York nicht optimal: Für das Masters-Turnier in Montreal musste er passen, in Cincinnati präsentierte er sich zwar stark verbessert, traf aber bereits im Viertelfinal auf den derzeitigen Überflieger Nadal und hat deshalb nur gerade drei Ernstkämpfe auf dem Buckel. Das ist wenig für einen Mann, der sich den nötigen Schliff bevorzugt in Matches und nicht beim Training holt.

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„Sacre Bleu!“ – Ein explosiver Tennis-Sommer

Wer dachte, nach dem Grand-Slam-Turnier in Wimbledon einmal kurz durchatmen zu können, der irrte gewaltig. Noch selten waren die Wochen zwischen Wimbledon und den US Open derart turbulent wie in diesem Jahr. Überraschende Rücktritte, noch überraschendere Planänderungen und eine angeschlagene „Grande Nation“. Ein kleiner Rückblick auf den explosiven Sommer, der mit den US Open hoffentlich spektakulär zu Ende gehen wird.

1. Rücktritt von Marion Bartoli

„Mein Körper hält den Belastungen nicht mehr stand. Es ist Zeit für mich, zu gehen.“ Mit diesen Worten beendete Marion Bartoli am 15. August ihre Karriere. Gerade einmal fünf Wochen nach ihrem sensationellen Wimbledon-Triumph. Der (vorzeitige) Rücktritt mutet seltsam an. Die 28-Jährige gab ihren Entscheid nach der Niederlage gegen Simona Halep in Cincinnati bekannt – die Journalisten bei der Pressekonferenz konnte man an einer Hand abzählen. Weder das engere Umfeld noch ihre Vertrauten auf der Tour schienen über ihren Entscheid in Kenntnis gesetzt worden zu sein, wie dieser Artikel beweist. Einen neuen „Job“ hat Bartoli indes bereits: Sie wird bei den US Open als Expertin für Eurosport im Einsatz stehen.

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