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Tatjana Maria: «Es ist wie eine Erlösung»

Sie hat geheiratet, ist Mutter geworden und hat während ihrer Baby-Pause mal kurz ihre Rückhandtechnik umgestellt – Tatjana Maria, ehemals Malek, hat zwei turbulente Jahre hinter sich.

Bis zur WTA ist die Meldung offenbar noch nicht durchgedrungen. Wenn man auf der offiziellen Webseite auf das Profil von Tatjana Maria (WTA 87) klickt, steht da noch immer «Two-Handed Backhand» geschrieben. Dabei spielt die 27-Jährige ihre Rückhand seit ihrem Comeback im April 2014 nur noch einhändig. Warum eigentlich?

«Nachdem mein Mann und ich mein Spiel in der Baby-Pause analysiert haben, mussten wir realistischerweise erkennen, dass ich mit der beidhändigen Rückhand nicht an die Tennisspitze kommen kann», erklärt Maria gegenüber LetsTalkTennis.org. Ein erstaunlicher Schritt in Zeiten, in denen die «Einhänder» vor allem auf der WTA-Tour immer mehr von der Bildfläche verschwinden. Die New York Times hat diesem Thema jüngst einen ausführlichen Artikel unter dem Titel «The Death of the One-Handed Backhand» gewidmet.

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Bildquelle: Christopher Levy

Die Italienerin Roberta Vinci, neben Carla Suarez Navarro die einzige Top-50-Spielerin mit einer einhändigen Rückhand, entschied sich mit 18 Jahren, ihre Technik umzustellen. Heute würde sie diesen Schritt nicht mehr machen, «weil mittlerweile so hart gespielt wird.» Maria hingegen hat ihren Entscheid bislang keine Sekunde bereut. «Für mich ist das wie eine Erlösung», sagt sie, «ich spüre kein Limit und sehe die Umstellung als grossen Vorteil.»

«Del Potro sollte meinen Mann anrufen»

Immer wieder kursierten zuletzt Gerüchte, wonach sich der am Handgelenk verletzte Juan Martin del Potro ernsthaft überlege, auf eine einhändige Rückhand zu wechseln. Welchen Tipp würde Maria ihm geben? «Er sollte meinen Mann anrufen», sagt sie lachend, um schliesslich anzufügen: «Ich bin mir sicher, dass er keinen Ratschlag von mir braucht. Er ist so talentiert, dass er auch mit der einhändigen Rückhand erfolgreich spielen würde.»

Bei Maria hat es mit der Umstellung hervorragend geklappt. Der «neue» Schlag passt perfekt zum variablen Spiel der Frau aus Bad Saulgau, die 2009 mit Rang 64 das beste Ranking ihrer Karriere erreichte und sich die Top 50 als nächstes Ziel gesetzt hat.

Hochzeit und Mutterglück 

Nicht nur spielerisch fühlt sich Maria derzeit rundum wohl, auch privat hat sie ihr Glück gefunden. Seit zwei Jahren ist sie mit dem Franzosen Charles Edouard Maria verheiratet, der gleichzeitig ihr Trainer und Manager ist. Seit Ende 2013 sind die beiden stolze Eltern von Tochter Charlotte und reisen seither gemeinsam um den Globus. Stress? Fehlanzeige. «Wir versuchen, jede Sekunde zu geniessen. Ich kann die Liebe zu meiner Familie mit der Liebe zum Tennis verbinden», sagt Maria.

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Bildquelle: Christopher Levy

Diese Energiequelle scheint die sympathische Deutsche, die 2008 nach einer Lungenembolie tagelang in Lebensgefahr schwebte, richtiggehend zu beflügeln. In Miami kämpfte sich Maria durch die Qualifikation und schaltete in der 2. Runde überraschend die Weltranglisten-Siebte Genie Bouchard aus. «Serena und Venus kamen gleich nach dem Match zu mir um zu gratulieren», verrät die Rechtshänderin. Die Williams-Schwestern sind Marias Nachbarn in Florida und mittlerweile gute Freundinnen geworden.

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