DSC_609714917IW Timea Bacsinszky Z

Timea Bacsinszky: Auf Augenhöhe mit den Besten

Ob Timea Bacsinszky noch weiss, wie es sich anfühlt, ein Match zu verlieren? Die Lausannerin hat ihre vergangenen 14 Partien gewonnen und musste in dieser Saison in 22 Spielen nur zwei Mal als Verliererin vom Platz. Zusammen mit Karolina Pliskova weist Bacsinszky die meisten Siege in dieser Saison auf (20).

Die letzte Niederlage der 25-jährigen Waadtländerin datiert vom 24. Januar, als sie sich bei den Australian Open in der 3. Runde der formstarken Spanierin Garbine Muguruza geschlagen geben musste. Es folgten zwei Siege beim Fed Cup, je 5 Siege in Acapulco und Monterrey und nun bereits wieder zwei in Indian Wells – darunter der zweite Erfolg gegen eine Top-10-Spielerin in dieser Saison (Petra Kvitova und Ekaterina Makarova).

Auf Augenhöhe mit den Top-Stars

Mit ihrem tollen Lauf hat sich Bacsinszky in einen elitären Zirkel gespielt. Seit Ende 2011 ist es nur gerade vier Spielerinnen gelungen, gleich viele oder noch mehr Siege aneinander zu reihen. Es handelt sich dabei mit Serena Williams, Victoria Azarenka, Maria Sharapova und Petra Kvitova um absolute Weltklasse-Spielerinnen und – mit Ausnahme Kvitovas – um aktuelle oder ehemalige Weltnummern 1. Hier eine Übersicht der „Winning Streaks“ seit Oktober 2011:

(Statistik-Quelle: Twitter @StatsWTA)

Natürlich muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass Williams und Co. ihre Siegesserien teilweise bei respektive während Grand-Slam-Turnieren aufstellten. Verstecken muss sich Bacsinszky deswegen aber keinesfalls. Was bei den jüngsten Erfolgen vor allem beeindruckt, ist ihre Beharrlichkeit. So verlor sie in den letzten sechs Spielen vier Mal den ersten Satz, schaffte es aber immer, zurückzukommen. Von zehn Dreisatz-Matches hat die Schweizerin in dieser Saison nur gerade eines verloren. Gegen Makarova lag die Weltnummer 26 im entscheidenden Durchgang mit Doppelbreak zurück, blieb aber stets ruhig und kämpfte sich eindrücklich zurück.

Auch Roger Federer gratuliert

„Es ist unglaublich. Ich weiss auch nicht genau, woher das kommt. Natürlich, es steckt harte Arbeit dahinter, aber das ist schon extrem. Es zeigt, dass wir über Ressourcen verfügen, von denen wir zum Teil nichts wissen“, zeigte sich Bacsinszky selbst etwas überrascht von ihren Nehmerqualitäten.

Die jüngsten Erfolge haben die sensible Romande in den Mittelpunkt des Interesses katapultiert. Ein Interview jagt das nächste, das Schweizer Fernsehen war für eine Reportage in Indian Wells vor Ort. Glückwünsche gab es nicht nur von Freunden und Konkurentinnen, auch Roger Federer liess es sich nicht nehmen, Bacsinszky persönlich zu gratulieren.

Martina Navratilovas Allzeitrekord

Ob Bacsinszky ihren Siegeszug fortsetzen kann, wird sich am Dienstag zeigen. Dann trifft sie zum ersten Mal in ihrer Karriere auf die junge Ukrainerin Elina Svitolina.

Übrigens: Zum Allzeitrekord, was die Anzahl Siege in Serie angeht, fehlen der Schweizerin noch ganze 60 Matches. Martina Navratilova blieb 1984 zwischen dem 20. Januar und dem 6. Dezember ungeschlagen und gewann 74 Partien in Serie. Eine Open-Era-Bestmarke, die wohl unerreicht bleiben wird.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *