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… und wenn ein 17-Jähriger Wimbledon gewinnen würde?

Genau 30 Jahre ist es her, seit Boris Becker als 17-Jähriger wie aus dem Nichts in Wimbledon triumphierte. Der Deutsche ist im „All England Lawn Tennis and Croquet Club“ der bis heute jüngste Sieger und der erste, der das Turnier als ungesetzter Spieler gewinnen konnte.

Ein Grand-Slam-Titel mit 17 Jahren – in der heutigen Zeit, in der der Schnitt der Top-100-Spieler eher gegen 30 denn 20 tendiert, eigentlich undenkbar. Anlässlich des „Becker-Jubiläums“ habe ich recherchiert, wer in zwei Wochen als 17-jähriger Sieger (aufgrund des Alters) überhaupt in Frage käme. Das sind die bestklassierten unter 18-jährigen Spieler im ATP-Ranking:

1. Andrey Rublev
Herkunft: Russland
Aktuelles Ranking: ATP 235
Bestes Ranking: ATP 208
Jahrgang: 1997

Der Name Rublev dürfte den Tennis-Fans mittlerweile ein Begriff sein. Schaltete beim ATP-Turnier in Barcelona Fernando Verdasco aus und brachte in Genf US-Open-Sieger Marin Cilic an den Rand einer Niederlage. Rublev ist der erste 17-Jährige seit Rafael Nadal 2004, der in einer Saison bei 5 ATP-Turnieren in Folge mindestens eine Partie gewinnen konnte.  Dem letztjährigen French-Open-Sieger bei den Junioren wird eine grosse Zukunft vorausgesagt.

2. Frances Tiafoe
Herkunft: USA
Aktuelles Ranking: ATP 287
Bestes Ranking: ATP 287
Jahrgang: 1998

Der Amerikaner gewann 2013 im Alter von 15 Jahren als jüngster Spieler in der Geschichte die prestigeträchtige „Orange Bowl“. Dank überzeugenden Leistungen erspielte sich der junge Mann aus Maryland eine Wildcard für die French Open, wo er kürzlich sein Grand-Slam-Debüt feierte (Erstrunden-Niederlage gegen Martin Klizan). Tiafoe, der von Jay Z’s Agentur „Roc Nation“ vertreten wird, war noch nie in Wimbledon am Start.

3. Duckhee Lee 
Herkunft: Südkorea
Aktuelles Ranking: ATP 305
Bestes Ranking: ATP 305
Jahrgang: 1998

Lee gilt als grösstes Talent Südkoreas und hat sich im Ranking kontinuierlich nach oben gearbeitet. Dies ist umso erstaunlicher, als dass der mitterlweile 17-Jährige von Geburt an taub ist. Obwohl er weder Schiedsrichter-Entscheidungen noch die Zuschauer hören kann, sieht er dies nicht als Nachteil. So sagt der schüchterne Zeitgenosse: „Ich lasse mich während eines Spieles nicht so leicht ablenken, weder vom Publikum noch von meinem Gegner. Ich kann mich also viel mehr auf mein eigenes Spiel konzentrieren.“ In Wimbledon war er 2013 und 2014 bei den Junioren am Start und scheiterte dort jeweils bereits in der 1. Runde.

4. Stefan Kozlov 
Herkunft: USA
Aktuelles Ranking: ATP 359
Bestes Ranking: ATP 359
Jahrgang: 1998

Kozlov ist zusammen mit Tiafoe die grosse Zukunftshoffnung des amerikanischen Tennis. Er knackte im vergangenen Jahr die Top 500 und schaffte dies als jüngster US-Spieler seit Michael Chang 1989. Ist bereits heute ein gern gesehener Trainingspartner der Top-Spieler, insbesondere Rafael Nadal hält grosse Stücke auf den Rohdiamanten aus Florida. Dass sich Kozlov auf Rasen wohl fühlt, hat er im vergangenen Jahr bewiesen, als er bei den Junioren sowohl im Einzel als auch Doppel bis in den Final vorstiess.

5. Roman Safiullin
Herkunft: Russland
Aktuelles Ranking: ATP 381
Bestes Ranking: ATP 314
Jahrgang: 1997

Safiullin, der im August 18 Jahre alt wird, ist der aktuelle Junioren-Champion der Australian Open. Der impulsive Russe, der in seiner Art etwas an Marat Safin erinnert, verfügt über einen brachialen Aufschlag und krachende Grundschläge. Der Rechtshänder gewann Ende der vergangenen Saison 5 Futures-Titel in Folge und liefert sich im Ranking seither ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Landsmann Rublev. Derzeit muss Safiullin aufgrund einer Verletzung pausieren.

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