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Was ist bloss mit Nadal los?

Nach seinem überraschenden Zweitrunden-Out in Barcelona gegen Fabio Fognini sprach Rafael Nadal von einem „Desaster“. Von fehlender Konstanz und fehlendem Selbstvertrauen. Er sprach aber auch davon, alles Menschenmögliche zu unternehmen, um wieder zu seinem gewohnten Spiel zu finden.

Die ganze Tenniswelt fragt sich derzeit: Wie steht es wirklich um den Formstand Nadals? Nach einer positiven Woche mit vielen „guten Momenten“ in Monte-Carlo (Halbfinal-Aus gegen Novak Djokovic) war der Mallorquiner bei seinem Heimturnier ein Schatten seiner selbst. Nadal zeigte sich erschrocken ob seiner ungenügenden Darbietung. Der spanische Tennis-Journalist und Eurosport-Kommentator Álvaro Rama sagt gegenüber LetsTalkTennis.org: „Was Rafa Sorgen bereitet ist nicht, dass er verloren hat, sondern wie er verloren hat.“

„Man kann gegen Fognini auf Sand verlieren, auf dieser Unterlage gehört der Italiener an einem guten Tag zu den Top 10. Das Resultat hatte aber weniger mit einer überragenden Leistung Fogninis zu tun als vielmehr mit Nadal“, erklärt Rama und ergänzt: „Rafa verlor in 2 Sätzen, obwohl er im 2. Satz dreimal mit Break führte. Er hatte null Tiefe und Kontrolle und seine Vorhand war ein Albtraum. Das war eine der merkwürdigsten Leistungen der vergangenen 5 Jahre.“

Ein „Stehaufmännchen“ mit Nehmer-Qualitäten

Bei der anschliessenden Pressekonferenz habe Nadal traurig gewirkt. „Sein Kopf war gesenkt, er war natürlich enttäuscht.“ Allzu viel sollten sich die Gegner aber nicht darauf einbilden, findet Rama. „Wenn es einen Spieler gibt, der in der Vergangenheit nach solchen Rückschlägen wieder aufgestanden ist, dann ist es Rafa. Die Sandplatz-Saison im vergangenen Jahr lief auch nicht nach Wunsch und wir wissen alle, wie sie geendet hat.“

Nadal gewann bei den French Open auf eindrückliche Art und Weise seinen 9. Titel. Dies, obwohl er im Vorfeld kaum zu überzeugen vermochte. In Monte-Carlo und Barcelona verlor er überraschend früh und in Madrid lag er im Final gegen Kei Nishikori klar zurück, als dieser sich verletzte und dem Spanier mit seiner Aufgabe den Titelgewinn ermöglichte.

Mangelndes Selbstvertrauen oder technische Probleme?

Wo die Probleme Nadals derzeit liegen, ist schwer auszumachen. Sprach er in Monte-Carlo noch von fehlendem Selbstvertrauen, führte er die Niederlage in Barcelona auf „technische Dinge“ zurück. Gut möglich, dass die Schwierigkeiten auch mit seinem neuen Racket zusammenhängen. Der 28-Jährige spielt seit seiner Rückkehr aus Miami mit einem neuen Schlägermodell, das ihm zu noch mehr Power und Spin verhelfen soll.

Vergangene Woche kam er nun unfreiwillig zu ein paar zusätzlichen Trainingstagen, der nächste Ernstkampf steht erst kommende Woche beim Masters-1000-Event in Madrid auf dem Plan. „Es ist schwer abzuschätzen, ob Rafa diese Pause helfen wird. Es ist nicht einfach, sich das nötige Selbstvertrauen im Training zu holen. Aber vielleicht kann er sich da wieder die Ruhe erarbeiten, die ihm gemäss eigenen Aussagen zuletzt so gefehlt hat“, sagt Rama.

In Paris dennoch der Top-Favorit

Ohnehin werden die Resultate der Turniere in Madrid und Rom nur wenig Einfluss auf die French Open haben, findet Rama. „Nadal auf Sand über fünf Sätze zu schlagen ist noch einmal ein ganz anderes Kaliber. In den letzten 10 Jahren ist dies gerade einmal einem Spieler gelungen (Robin Söderling 2009, Anm. d. Red.). Um Rafa auf Sand zu bezwingen, braucht es für die meisten Spieler eine Karriere-Bestleistung. Wie viele dazu in der Lage sind? Drei bis vier – höchstens!“

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